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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Montag, 10.08.2020

Zum Anspruch auf Kostenerstattung für eine selbstbeschaffte Echthaarperücke

Das Sozialgericht Mannheim entschied, dass die gesetzliche Krankenkasse einer krebskranken Frau die Kosten für eine selbst beschaffte Echthaarperücke erstatten muss (Az. S 7 KR 1830/18).

Im vorliegenden Fall litt die Klägerin nach einem diagnostizierten Mammakarzinom, welches mit einer Chemotherapie behandelt wurde, unter einem vorübergehenden vollständigen Haarausfall. Sie beantragte bei der beklagten gesetzlichen Krankenversicherung unter Vorlage einer ärztlichen Verordnung und des Kostenvoranschlages eines Perückenstudios für eine Echthaarperücke in Höhe von 1.200 Euro die Übernahme der ihr entstehenden Aufwendungen. Die Beklagte gewährte der Klägerin daraufhin abzüglich des von der Klägerin zu tragenden Eigenanteils 385 Euro zur Versorgung mit einer Kunsthaarperücke.

Das SG Mannheim gab der Klägerin Recht. Die Beklagte sei für die Versorgung der Klägerin mit einer Echthaarperücke leistungspflichtig, weil dieses Hilfsmittel erforderlich und wirtschaftlich sei sowie das Maß des Notwendigen nicht überschreite. Bei einer Perücke handele es sich um keinen allgemeinen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens und ein totaler Haarverlust stelle bei einer Frau eine Behinderung dar. Des Weiteren könne die Klägerin nicht auf eine Versorgung mit einer Kunsthaarperücke verwiesen werden, denn nur eine Echthaarperücke weise eine Qualität auf, die den Verlust des natürlichen Haupthaares für unbefangene Beobachtende nicht sogleich erkennen lasse.

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